Unterbrechungen und Pausen
Das sind zwei verschiedene Dinge, und attrect hält sie auseinander. Der Unterschied ist der Grund, warum sich manche Zahlen auf den ersten Blick seltsam lesen.
Eine Unterbrechung ist keine arbeitsfreie Zeit
Das Feld Unterbrechungen an einem Eintrag beantwortet nur eine Frage:
Wie lange hat diese Tätigkeit geruht, während sie lief?
Nicht: wie lange du nicht gearbeitet hast. Wenn du an einem Konzept sitzt und zwischendurch eine halbe Stunde telefonierst, ist das eine halbe Stunde Unterbrechung des Konzepts — gearbeitet hast du die ganze Zeit.
Daraus folgt zweierlei, was sonst nach Fehler aussieht:
Einträge dürfen ineinanderliegen. Ein Daily mitten in einem Entwicklungsblock ist der Normalfall, nicht die Schlamperei. Der Block trägt die halbe Stunde als Unterbrechung, das Daily steht daneben mit seiner eigenen halben Stunde.
Eine Unterbrechung darf länger sein als die Arbeit. Zwei Stunden Konzeptarbeit, über ein Sechs-Stunden-Fenster verteilt, sind ein ganz gewöhnlicher Tag. attrect sagt dazu nichts, weil daran nichts zu bemerken ist.
Im Formular musst du das mittragen
Erfasst du im Formular und legst einen Eintrag in einen anderen, weist dich attrect darauf hin, dass die überschnittene Zeit im anderen Eintrag als Unterbrechung stehen muss. Das ist Handarbeit, und der Hinweis ist die einzige Erinnerung daran. Auf der Zeitleiste entfällt er, weil die App die Unterbrechung dort selbst ausrechnet.
Eine Pause ist arbeitsfreie Zeit
Für echte Pausen gibt es eine eigene Zeile. Im Kopf jedes Tages steht dafür der Knopf Pause; er fragt nur nach Beginn, Dauer und wahlweise einem Kommentar. Auf der Zeitleiste ziehst du sie stattdessen mit gehaltener Umschalt-Taste auf.
Eine Pause trägt kein Projekt und keine Tätigkeit. Sie ist nicht abrechenbar, taucht in keiner Auswertung und in keinem Export auf und zählt in keine Stundensumme. Was sie tut: Sie steht auf dem Tag, schließt dort eine Lücke, und der nächste Eintrag wird hinter ihr vorgeschlagen. Auf der Zeitleiste unterbricht sie die Tätigkeit, in der sie liegt — genau wie jede andere innere Spanne:
Ein Neun-Stunden-Fenster mit 45 Minuten Pause ergibt netto 8,25 Stunden.
Die gesetzliche Ruhepause
Weil Pause und Unterbrechung getrennt stehen, kann attrect prüfen, ob die vorgeschriebene Ruhezeit erfasst ist:
| Arbeitszeit am Tag | Erforderliche Ruhepause |
|---|---|
| mehr als 6 Stunden | 30 Minuten |
| mehr als 9 Stunden | 45 Minuten |
Bleiben die erfassten Pausen darunter, weist attrect beim Speichern darauf hin. Es ist ein Hinweis, kein Riegel — ob die Pause genommen wurde, ist eine Tatsache über den Tag, und eine Erfassung, die unbequeme Tatsachen verweigert, ist keine Erfassung mehr.
Ohne Pausenzeile sagt die Prüfung nichts
An einem Tag, an dem überhaupt keine Pause erfasst ist, schweigt der Hinweis. Nicht weil der Tag in Ordnung wäre, sondern weil er nichts aussagt: Solange Pausen freiwillig sind, heißt eine fehlende Zeile „nicht erfasst", nicht „nicht genommen". Wenn du willst, dass die Prüfung für dich arbeitet, erfasse deine Pausen.
Was in den Export geht
Exporte dienen der Abrechnung. Pausenzeilen stehen nicht darin. Die Spalte Pausen (Minuten) in der CSV-Datei führt die Unterbrechungen — und genau die sind die brauchbare Zahl, wenn ein Export als Arbeitszeitnachweis zum Kunden geht. Die arbeitsrechtliche Auswertung bleibt intern.